In diesem meisterhaften Roman hat Rafi Zabor die Wirklichkeit auf eine Art neu erfunden, daß man einfach an sie glauben muß.
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Rafi Zabor: Der Bär kommt heim

Er
spielt das Saxophon wie kaum ein zweiter. Sein Geld verdient er allerdings auf den
Straßen New Yorks, indem er sich possierlich in der Gosse wälzt und von seinem Freund
und Halter Jones an einem Nasenring herumführen läßt. Denn er ist - ein Bär.
Seine Helden sind Charlie Parker, William Shakespeare, John Coltrane und
William Blake. Und in Sachen Jazz macht ihm keiner etwas vor. Wenn der Bär nach
Feierabend nicht mit einem Bier vor dem Fernseher sitzt oder mit Jones über Gott und die
Welt philosophiert, übt er auf seinem Saxophon. Denn wie er selbst sagt: "Ich
phrasiere einfach schön. Bären sind ein seelenvolles Volk. Wir sind freundlich, wir sind
kreativ, und wir sind cool. Aber die Welt erkennt uns nicht."
Eines Tages hält ihn nichts mehr. Bekleidet mit einem weiten Mantel, den Hut tief ins
Gesicht gezogen, marschiert er in einen Club und jammt bis in die frühen Morgenstunden.
Begeistert feiert die Kritik den neuen Stern am Jazzhimmel, doch statt im Rampenlicht
landet der Bär nach einer Polizeikontrolle erst einmal in einer feuchten Zelle.
Nicht nur seine Karriere, auch seine Liebe zu der wunderschönen Iris gestaltet sich etwas
schwierig, zumal deren Töchter den neuen Freund ihrer Mutter mit Argwohn betrachten...
Aber am Ende wird dann doch alles gut, und der Bär spielt das Saxophon mit einer Kraft
und Innigkeit, die ihn direkt nach Hause tragen.
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Bibliographie:
Titel: Der Bär kommt heim
Autor: Rafi Zabor
Deutsch von Karsten Singelmann
Umfang: 667 Seiten, geb., Schutzumschlag
Verlag: btb, München
Preis: 46,90 DM, ISBN 3-442-75032-6
geld-online vom 19.11.1999